: Es klingt wie ich
Gesetzmäßigkeiten meiner Arbeit

In meiner Arbeit gibt es, so unterschiedlich die einzelnen Werkphasen auch erscheinen, eine ganz bestimmte Fragestellung, die allem zugrunde liegt. Es ist die Frage nach Ordnung und Unordnung, wobei Ordnung auch Stille ist und Ruhe. Wie diese Momente in einer bewegten Umwelt zu erreichen und zu stabilisieren sind, wie sie das Laute und Chaotische, das Unordentliche beherrschen können, das ist meine Frage. Ich suche diesen Moment in einer Ordnung/Unordnung-Struktur, die ich in ein Gleichgewicht zu bringen bemüht bin. Eindeutig zeigt sich dieses Bemühen in der Werkphase "Fermate" aus den Jahren 1999–2002.
Zugrunde liegt eine mathematisch absolut präzise Rasterstruktur: präzise Linien, präzise Winkel. Das Auge weicht dieser Präzision aus und schafft von sich aus Unordnung. Wird das präzise Raster aber mutwillig verletzt, stellt das Auge die Ordnung wieder her.

"Kunst = eine bestimmte Menge von Unordnung in einem geordneten System" (Vera Molnar)
Diese Arbeit lässt sich nicht ohne Hilfe des Computers machen.
Wer mit dem Computer arbeitet, sieht sich mit einer ganzen Reihe von Vorurteilen konfrontiert. Der Computer ist ein Handwerkszeug, das in Verdacht steht, selbst dem unbegabtesten Zeichner zu einem passablen Ergebnis zu verhelfen. Allerdings geht es in meiner Arbeit überhaupt nicht um wertvolles Handwerk oder um raffinierte Technik, sondern um Urteilsvermögen. Handwerk kann Urteilsvermögen nicht ersetzen, aber umgekehrt durchaus. Es entstehen sehr interessante Dinge durch die ausschließliche Anwendung intelligenter ästhetischer Entscheidungen. Einer der Pioniere der Computer-Kunst war mit den frühen Ergebnissen seiner Arbeit sehr zufrieden: "It sounds like me", sagte Brian Eno auf die Frage, ob ein Computer überhaupt Menschen befriedigende Arbeit hervorbringen kann.

  • Böhmische Faktur Kasten: je 80 x 80 cm, Mischtechnik, 2000